Jakob Lange überzeugt beim Berlin-Marathon

Jakob Lange vom PTSV Rosenheim läuft beim Berlin-Marathon in 2:13:57 Stunden ins Ziel und stellt damit mit neuer persönlicher Bestzeit einen neuen Vereinsrekord auf (Foto: Instagram)

Bayerische Laufzeitung, 28. September 2026

Jakob Lange überzeugt beim Berlin-Marathon 
Ex-DSV-Kombinierer läuft 2:13:57 Stunden und stellt neuen Vereinsrekord auf

Von Petra Rapp

Jakob Lange hat beim Berlin-Marathon am Sonntag ein starkes Ausrufezeichen gesetzt. Der ehemalige DSV-Kombinierer aus dem Inntal lief die 42,195 Kilometer in 2:13:57 Stunden, erzielte damit eine neue persönliche Bestzeit und stellte zugleich einen neuen Vereinsrekord für den PTSV Rosenheim auf. Unter 56.000 Startern aus 162 Nationen belegte Lange Rang 39 und kam als vierter Deutscher ins Ziel. Damit war er zugleich der schnellste deutsche Amateur.

Dass Lange auch im Laufbereich über großes Potenzial verfügt, hatte er bereits über Jahre bei zahlreichen Langlaufrennen gezeigt. Umso bemerkenswerter ist seine Entwicklung seit dem Rücktritt aus dem DSV-Team im Frühjahr 2026 und dem anschließenden Wechsel in die Laufszene. „Ja, das war gut heut“, bilanzierte Lange nach dem Rennen. Entscheidend sei für ihn gewesen, „dass ich trotz Vollzeitjob, Familie und dem gesteigerten Trainingsumfang gesund durch die Vorbereitung gekommen bin“.

Hohes Grundtempo durchgehalten

Im Rennen hielt sich Lange zunächst konstant bei schnellen 3:11 bis 3:12 Minuten pro Kilometer. Bis Kilometer 20 bildete er gemeinsam mit David Gärtlein, Florian von Muschwitz und Julian Grosskopf eine kleine, starke deutsche Gruppe. Den Halbmarathon passierte Lange nach 1:07:16 Stunden – exakt im Bereich seiner Idealvorstellung. Ab Kilometer 25 ging es für Lange gemeinsam mit Gärtlein und Grosskopf weiter. Die drei wechselten sich geschickt in der Führungsarbeit ab. Bei Kilometer 28, am höchsten Punkt der Strecke, setzte sich Lange an die Spitze der Gruppe. Bis zur 40-Kilometer-Marke liefen die drei noch gemeinsam mit etwa 3:10 Minuten pro Kilometer. In der Schlussphase wurden die Bedingungen zunehmend anspruchsvoll. Die Sonneneinstrahlung nahm zu, im Ziel herrschten rund 18 Grad. „Das verlangte uns alles ab“, sagte Lange. Positiv bemerkbar habe sich dabei sein über den Sommer praktiziertes Heat-Training gemacht – eine Trainingsform, die er noch aus seiner Zeit als Wintersportler kennt.

Im Finish konnte Lange nochmals deutlich zulegen. Er forcierte das Tempo und verschärfte seinen Kilometer-Schnitt nochmals um knapp zwölf Sekunden. Seine deutschen Konkurrenten mussten abreißen lassen. Hoch emotional und überglücklich lief der Flintsbacher, der für den PTSV Rosenheim startet, schließlich durch das Brandenburger Tor und nach 2:13:57 Stunden ins Ziel – knapp hinter dem starken Japaner Kazua Nishijama und knapp vor dem Belgier Nathan Sevenois. Auch ein zweiter Läufer des PTSV Rosenheim, Steve Bschorer AK45, lief mit einer starken Endzeit von 3:03:23 in Berlin ins Ziel.

Laufen neben Familie und Vollzeitjob

Für Lange ist die starke Zeit zugleich ein Ansporn für die nächsten Schritte. „Ich will weiter an meiner Leistung arbeiten“, kündigte er an. Als Quereinsteiger in der Marathonszene trainiert er bislang ohne Trainer und ohne Profiteam im Hintergrund. Dennoch sieht er noch Reserven, um seine Zeit perspektivisch weiter in Richtung 2:10 Stunden zu drücken. Dabei bleibt der Marathon für ihn ein sportliches Projekt neben Familie und Vollzeitjob. Zunächst steht jedoch die Erholung an. Für die nächsten Starts plant Lange im Spätherbst den Halbmarathon in Sevilla und anschließend im Februar den Marathon in Sevilla.

Nach ersten Erfolgen bei diversen Halbmarathons und zuletzt mit seinem beim Sieg beim Marathon im April in Leipzig (in 2.17,43 Std.) zeigte Jakob Lange bereits, dass ihm der Wechsel vom Wintersport auf den Asphalt bestens gelungen ist. Mit der Top-Platzierung in Berlin lässt er erneut aufhorchen.