Stufe für Stufe zur Bestleistung: Erfolgreicher 2. BFW Indoor-Treppenlauf in Kirchseeon

Die Siegerin Kerstin Esterlechner auf ihren 38 Runden und knapp über zwei Stunden unterwegs (Bild: © BFW München)

Bayerische Laufzeitung, 28. Januar 2026

Stufe für Stufe zur Bestleistung: Erfolgreicher 2. BFW Indoor-Treppenlauf in Kirchseeon

Schweiß, Spannung und Spitzenleistungen: Beim 2. BFW Indoor-Treppenlauf im Berufsförderungswerk München kämpften über 70 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus dem ganzen Bundesgebiet in mehreren Wettbewerben um jede Stufe. In schweißtreibenden Eins-zu-eins-Duellen über bis zu zwei Stunden setzte sich im Hauptlauf der amtierende Deutsche Towerrunning-Meister Christian Riedl durch. Der Lauf bestätigte erneut seinen festen Platz im regionalen und überregionalen Sportkalender. 

Nach der erfolgreichen Premiere im Vorjahr bestätigte die zweite Auflage des BFW Indoor- Treppenlaufs eindrucksvoll den hohen Stellenwert des Events. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer absolvierten je Runde rund 140 Stufen auf einer etwa 490 Meter langen Strecke durch zwei Treppenhäuser des BFW-Gebäudes. Besonders im Hauptlauf über zwei Stunden wurden Kraft, Ausdauer und mentale Stärke bis an die Grenzen gefordert.

Auf dem Programm standen erneut verschiedene Wettbewerbe: Neben einem Hobbylauf für Einsteigerinnen und Einsteiger gab es den zweistündigen Hauptlauf sowie einen Feuerwehr-Sprint, bei dem Teams in kompletter Einsatzkleidung antraten.

Der BFW Indoor-Treppenlauf ist Teil des Deutschen Towerrunning-Cups und zieht damit auch leistungsorientierte Athletinnen und Athleten aus dem nationalen Towerrunning-Umfeld an.

Den Sieg im Hauptlauf der Herren sicherte sich Christian Riedl mit 44 Runden in 2:02:30 Stunden, gefolgt vom Vorjahressieger Lucas Kempe (43 Runden) auf Platz zwei und Samuel Faruhn (40 Runden) auf Rang drei. Bei den Damen ließ Kerstin Esterlechner nichts anbrennen und verteidigte als Vorjahressiegerin souverän ihren Platz ganz oben auf dem Podest mit 38 Runden in 2:03:00 Stunden. Zweite wurde Lisa Sting (32 Runden), den dritten Platz belegte Anne-Sophie Kramer (31 Runden).

Im Hobbylauf gewann bei den Damen Nicole Biolik mit zehn Runden in 33:20 Minuten, bei den Herren setzte sich Matthias Gall mit elf Runden in 30:29 Minuten durch. Beide nutzten den Hobbylauf zugleich als Warm-up. Auch der älteste Teilnehmer im Feld sorgte für Aufmerksamkeit: Peter Ninas, über 70 Jahre alt und eigens aus Berlin angereist, nutzte den Hobbylauf mit sechs Runden als Warm-up und bewältigte anschließend im Hauptlauf beeindruckende 29 Runden.

Besonderen Respekt verdienen außerdem die Teilnehmer des Feuerwehrlaufs, die den Sprint in voller Montur inklusive Atemschutz absolvierten – und sich anschließend sogar noch der Herausforderung des zweistündigen Hauptlaufs stellten.

BFW-Geschäftsführer Günther Renaltner zeigte sich zufrieden: „Ich freue mich sehr über diese gelungene nationale Sportveranstaltung bei uns im BFW in Kirchseeon. Die Stimmung war großartig und die Begeisterung bei Teilnehmenden wie Zuschauenden deutlich spürbar. Mein großer Dank gilt allen Helferinnen und Helfern sowie den Läuferinnen und Läufern, die diesen Treppenlauf mit so viel Einsatz möglich gemacht haben.“

Der diesjährige Gesamtsieger der Herren, Christian Riedl, amtierender Deutscher Meister im Towerrunning, ehemaliger Weltrekordhalter und Gewinner des legendären Empire State Building Run-Up, zog ein positives Fazit: „Kirchseeon war für mich eine besondere Motivation, weil der Lauf Teil des Tower-Running-Cups ist und ich mich inzwischen bewusst auf diese Serien konzentriere. Außerdem wollte ich gleich zu Jahresbeginn wieder einen Wettkampf haben, der mich fordert und mich zwingt, früh ins Training einzusteigen.“ Zum Vergleich mit seinen internationalen Erfahrungen ergänzt er: „Der Lauf hier ist etwas anderes als ein klassischer Treppenlauf: länger, taktischer und mit direktem Eins-zu-eins- Duell. Man sieht, wo der andere steht, leidet gemeinsam – genau dieser Wettkampfcharakter macht für mich den Reiz aus und es hat richtig Spaß gemacht.“

Max Brendel und Erik Polte (THW OV Traunreut) erklärten zu ihrer Teilnahme am Feuerwehrlauf: „Wir wollten zeigen, dass wir als THW jederzeit einsatzbereit sind – auch mit Atemschutz. Die Teilnahme war für uns keine Pflicht oder Übung, sondern freiwillig und aus Spaß an der Sache. Wir würden jederzeit gerne wieder mit dabei sein.“

Für viele Teilnehmende stand neben dem Wettkampf auch die persönliche Entwicklung im Fokus – so etwa für Annika Molzeder aus Ebersberg, die nach dem Hobbylauf im Vorjahr erstmals den Hauptlauf bestritt: „Ich wollte den Hauptlauf einfach ausprobieren und schauen, was ich kann, was funktioniert und ob mein Körper das mitmacht. Es war extrem anstrengend, aber mit guter Einteilung hat es richtig Spaß gemacht. Die größte Herausforderung war die Luft – dass man nicht zu schnell angeht und am Ende keine Luft mehr hat.“

Zur Vorbereitung sagt sie: „Im letzten Jahr habe ich es nur einmal ausprobiert und im Schwesternwohnheim in Ebersberg trainiert – von Keller bis oben sind es neun Stockwerke. Dieses Mal habe ich das Training dann ein bisschen öfter gemacht.“

Mit dem Indoor-Treppenlauf möchte das Berufsförderungswerk München nicht nur sportliche Höchstleistungen ermöglichen, sondern auch seine Räumlichkeiten einmal aus einer ungewohnten Perspektive erlebbar machen.

Der BFW Indoor-Treppenlauf hat sich damit als besonderes Sportevent etabliert.