Bayerische Laufzeitung, 13. Februar 2026
Vo Mongdratzerl bis Weisatwecknfahrn
Mundart und Brauchtum erleben im Chiemsee-Alpenland
- Am 21. Februar ist Welttag der Muttersprache
- In der Urlaubsregion Chiemsee-Alpenland sind Dialekt und Brauchtum Teil des Alltags und werden aktiv gepflegt
- Gäste können die bayerische Mundart und gelebtes Brauchtum dort bei Veranstaltungen, im Theater oder in Form der Mund-ART-Wege erleben
Stadt/Landkreis Rosenheim (Februar 2026) – Am Welttag der Muttersprache (21. Februar) wird an die Bedeutung von sprachlicher und kultureller Vielfalt erinnert. Wie gelebte Mundart- und Brauchtumspflege aussehen kann, können Gäste im Chiemsee-Alpenland auf vielfältige Weise erleben.
Am 21. Februar ist Welttag der Muttersprache
Der von der UNESCO im Jahr 2000 ins Leben gerufene Welttag der Muttersprache dient dazu, auf die Bedeutung sprachlicher Vielfalt aufmerksam zu machen, damit Minderheitensprachen und Dialekte langfristig erhalten bleiben. Seit 2009 zählt auch das Bayrische zu den gefährdeten Regionalsprachen. In der Urlaubsregion Chiemsee-Alpenland südlich von München wird der Dialekt noch gepflegt und ist bei vielen Veranstaltungen und im Alltag hörbar. Dabei entscheiden schon wenige Kilometer Entfernung, ob man Wossa oder Wassa, Milli oder Muich sagt.
Boarisch für Entdecker – die Mund-ART-Wege
Sprichwörtlich auf Dialekt-Entdeckungsreise können Gäste bei den Mund-ART Wegen gehen. Dafür wurden in Zusammenarbeit mit den Gemeinden Aschau i.Chiemgau, Bernau am Chiemsee, Breitbrunn, Eggstätt, Gstadt am Chiemsee, Prien am Chiemsee und Rimsting von Schüler der Franziska-Hager-Mittelschule Prien sieben Themenwege rund um den bayerischen Dialekt entwickelt.
Entlang dieser Mund-ART-Wege finden sich Tafeln, auf denen regionale Begriffe und Traditionen erklärt und illustriert sind. Was ist zum Beispiel ein Mongdratzerl und was passiert beim Weisatwecknfahrn? Außerdem gibt es auf jeder Tafel einen QR-Code, um auch die Aussprache und weitere Erklärungen dazu zu hören.
Gelebtes Brauchtum – Mundart-Veranstaltungen und bayerische Feste
Wer Brauchtum und den bayerischen Dialekt selbst erleben will, findet in fast allen Orten der Region zahlreiche, tief in der bayerischen Kultur verwurzelte Mundart-Veranstaltungen und bayerische Feste. Dazu zählen zum Beispiel am 15.03.2026 der Jubiläums Hoagascht im Rosenheimer Kultur- und Kongresszentrum oder der Feilnbacher Almrausch vom 20. bis 22.08.2026 mit Musik, Lesungen und Kabarett auf verschiedenen Almen. Etwas ganz Besonderes sind auch die drei Gautrachtenfeste mit Festwoche und Festzelt, die im Juli in Nußdorf a.Inn, Willing bei Bad Aibling und Marquartstein stattfinden.
Mundarttheater: Erzähl ma an Schwank aus’m Lebn
Das Mundarttheater zählt zum immateriellen UNESCO-Kulturerbe Deutschlands. Auch im Chiemsee-Alpenland können Gäste ihre Dialektkenntnisse auf die Probe stellen: Lokale Mundarttheater-Ensembles wie die Volksbühne Rosenheim St. Nikolaus, das Theater Herwegh in Wasserburg a.Inn oder das Volkstheater Flintsbach a.Inn, übrigens das zweitälteste Dorftheater Deutschlands, führen regelmäßig Stücke auf Bayerisch auf.
Weitere Informationen zu Brauchtum und bayerischer Lebensart finden Sie unter https://www.chiemsee-alpenland.de/entdecken/region/bayerisch-unterwegs.

















