Bayerische Laufzeitung, 14. Juli 2026
Dietmar Mücke ist tot – der Pumuckl aber lebt weiter
Von Erwin Fladerer
Bewundert habe ich sie schon immer – den Dietmar Mücke und den Pumuckl – beide. Jetzt, als er mit 64 Jahren nicht mehr lebt, nicht mehr läuft und seine Späße machen kann, umso mehr. Seine Herzlichkeit und sportliche Kameradschaft beeindruckten mich. Keine Spur von Arroganz von einem dreifachen Deutschen Meister im 24-Stundenlauf (errungen 2002 und 2004 in der M40, 2005 im Gesamteinlauf). Mittlerweile weiß nicht nur ich, dass es Dietmar Mücke nicht um Zeiten und Platzierungen ging, sondern um das Laufen und um die Begeisterung – unter den Läufern und am Straßenrand. Dort, wo seine soziale Ader stattfand. Wo er allein oder mit seinen kostümierten Mitläufern für Unterhaltung sorgte und dabei laufend etwas Gutes tat: für soziale Projekte zu sammeln.
Das tat er ursprünglich in seinem direkten Umfeld an seinem Wohnort in Kerschdorf bei Eiselfing, bei vielen nationalen und internationalen Marathonläufen. Eine Aufzählung ist schier unmöglich. Nicht im gewöhnlichen Laufdress, sondern als barfuß laufender Pumuckl war er bekannt. Selten tauschte er bei Minusgraden sein Outfit dann ein als Mozart und damit in Schuhen. Um wie immer im Dienst der guten Sache aufzufallen.
Auf weit mehr als 500 Laufveranstaltungen hat Dietmar Mücke, der Pumuckl teilgenommen, darunter mindestens
- 109 Marathons, davon 55 barfuß
- 18 Ultramarathons über 45 bis 73 km, davon fünf barfuß
- zwei 100 km-Läufe
- 21 6-Stunden-Läufe, davon sieben barfuß
- zwei 4-Stunden-Läufe, davon einer barfuß
- zehn 12-Stunden-Läufe, davon fünf barfuß
- 33 24-Stunden-Läufe, davon acht barfuß
- ein 48-Stunden-Lauf
Über 250 Mal hat er den Chiemsee auf Strecken zwischen 54 und 71 Kilometern im Laufschritt umrundet. Alleine, mit Freunden, in Laufschuhen, barfuß! Ja wo gibt`s denn sowas?
Oft haben wir unsere Erlebnisse ausgetauscht, manchmal auch gemeinsam erlaufen. Doch wie schafft es Dietmar Mücke, den viele nur als Pumuckl kennen, die von vielen ersehnte und von den meisten nie erreichte 3-Stunden-Schallmauer zu durchbrechen? Nicht in Laufschuhen (seine Bestzeit darin liegt bei 2:56:20), sondern als barfüßiger Klabauter! Eine Antwort gibt er uns in einem eigenen Bericht (wird später veröffentlicht), der weder von Trainingsplänen und Tricks spricht, sondern von seiner Unbekümmertheit und lockeren Lebenslust. Dass dahinter natürlich regelmäßiges Training und eine gute Portion mentale Stärke steckt wissen wir alle viel zu gut.











